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Radverkehrsförderung? Doch nicht in Hannover!

Die jüngsten Vorschläge der Grünen zur Förderung des Radverkehrs stoßen auf breite Ablehnung quer durch die anderen Parteien (siehe http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Ideen-zur-Foerderung-des-Radverkehrs-stoesst-auf-Ablehnung). Diese stellen sich damit schlicht und ergreifend gegen die Rechtslage. Dazu die kompetente und ausführliche Einschätzung des Critical-Mass-Teilnehmers Gunter:

„Natürlich wäre es sinnvoll, ein separates Radwegenetz zu schaffen und dieses auch vernünftig auszuweisen. Für den Kfz-Verkehr gibt es ja bereits mit dem Schnellwegsystem und den Autobahnen ein entsprechendes Netz. Bis dahin bin ich jedoch zumindest als Berufspendler auch auf die durch die Bebauung weitgehend vorgegebenen Hauptverkehrsachsen angewiesen.

Eine geforderte Breite von 2 m für Radwege an Hauptverkehrsachsen ist kein Luxus oder eine realitätsfremde Forderung vom hohen Ross aus, sondern entspricht schlicht den technischen Standard-Vorgaben der gängigen Regelwerke sowie den allgemeinen Anforderungen der VwV-StVO, die für die Verwaltung verbindlich ist. Sie fordert für alle baulich angelegten Radwege eine Breite von durchgehend „möglichst 2 m“ (VwV zu §2 Absatz 4 Satz 2, Rn 18). Für eine Hauptverkehrsstraße wären natürlich noch breitere Wegmaße anzusetzen. Insofern bleiben die Grünen mit ihrer Forderung nach 2 m breiten Radwegen an Hauptverkehrsachsen sogar noch hinter dem fachlich schlicht Notwendigen zurück. Auch was die Grünen hier insgesamt gesehen für den Radverkehr fordern, sind eher Selbstverständlichkeiten. Es entspricht im Übrigen dem Ziel nach auch dem von allen Parteinen getragenen Beschluss der Region Hannover, den Radverkehrsanteil zu erhöhen und den Radverkehr entsprechend zu fördern.

In Hannover werden aber meist noch nicht einmal die Mindestsicherheitsbreiten der VwV-StVO von 1,50 m (vgl. VwV zu §2 Absatz 4 Satz 2, Rn 18), die in keinem Fall unterschritten werden dürfen, durchgängig eingehalten. Die Stadt Hannover beugt hier bewusst die Rechte von Radfahrenden und gefährdet diese vorsätzlich. Sie kommt ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nach.

Bei den Forderungen der Grünen nach ausreichenden Breiten von Radverkehrsanlagen handelt es ich also nicht um irgendwelche Hirngespinste, sondern schlicht um die Forderung, geltendes Recht umzusetzen – eigentlich eine Selbstverständlichkeit!

Wer sich solchen Forderungen vehement entgegenstellt, deckt nicht nur das rechtswidrige Vorgehen der Stadt Hannover, sondern ist in der Folge für zahlreiche Unfälle zumindest mitverantwortlich.

Wir sammeln seit Jahrzehnten im nordöstlichem Teil der Region Hannover Radverkehrsunfälle in der Folge mangelhafter Radverkehrsanlagen oder rechtswidriger und widersprüchlicher verkehrsbehördlicher Anordnungen. Wir können bereits ohne systematische Erfassung über 100 solcher Radverkehrsunfälle bis in den Bereich der Tötungsdelikte hinein belegen. Ich selbst bin hier Opfer und leide noch immer an den Spätfolgen.

Als Unfallopfer habe ich natürlich keinerlei Verständnis dafür, dass hier rechtliche Vorgaben und technische Mindestsicherheitsanforderungen weitgehend ungestraft gebeugt werden. Als Betroffener habe ich ferner auch selbst zahlreiche Klagen gegen verkehrsbehördliche Anordnungen geführt und natürlich bisher alle gewonnen.

Haben sich Parteien wie die FDP und die CDU nicht eigentlich auch die Einhaltung von rechtsstaatlichen Prinzipien auf ihre Fahnen geschrieben? Dabei geht es hier nicht nur um irgendwelche Ideologien, sondern konkret auch um das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit!

Ich möchte es deutlich sagen: Wer sich den berechtigten Forderungen der Grünen nach einer gleichberechtigten Teilhabe am Verkehr und vor allem den auch rechtlich verbrieften Mindestsicherheitsanforderungen für Radverkehrsanlagen entgegenstellt, steht für Gewalt gegen Radfahrende!

Steht eine solche Partei noch auf dem Boden des Grundgesetzes? Ist eine solche Partei überhaupt wählbar?“

Ride of Silence 17. Mai 2017

Der Ride of Silence zum Gedenken an getötete Radfahrer findet weltweit statt, jährlich am dritten Mittwoch im Mai. Wir treffen uns am 17. Mai um 19 Uhr in Sichtweite der Unfallstelle des jüngsten tödlichen Radunfalls in Hannover: am Andreas-Hermes-Platz zwischen Pavillon und Raschplatz-Hochstraße. Falls jemand eine Kundgebung oder eine feste Demonstrationsroute anmelden möchte, zum Beispiel entlang anderer Unfallstellen: Der Ride of Silence wäre ein guter Rahmen dafür.

Critical Mass Hannover – Marathon Extra

Ab Samstagabend, 8. April, macht Hannover wieder für einen Tag möglich, was sonst undenkbar erscheint: Viele Straßen werden von unbenutzten Autos befreit sein und einen ungewohnt schönen Anblick bieten. Den wollen wir genießen! Es wird zur Orientierung wieder blaue Markierungen entlang der Marathon-Strecke geben. Start-/Zielpunkt ist natürlich auch für unsere Radtour ausnahmsweise der Trammplatz, Sonnabend um 19 Uhr! Wer vorneweg fährt, sollte möglichst die markierten Strecken nutzen, die hier verzeichnet sind: http://www.marathon-hannover.de/strecke/streckenverlauf.html — anders als beim Marathonlauf sind Abkürzungen natürlich erlaubt 🙂

Klingeling! Critical Mass Hannover

Auf ins Fahrradjahr 2017! Das Fahrrad wird 200 Jahre alt und sicher noch viele Jahrhunderte drauflegen. Lasst uns den Autoinsassen zeigen, dass der wertvolle Platz in der Stadt auf die Dauer nicht nur ihren stinkenden Blechkisten gehören kann! Die Städte sind für Menschen, Mobilität und Kommunikation da, nicht für Autos, Staus und Abgase!

Am letzten Freitag jedes Monats, immer um 18:30 Uhr, Treffpunkt Klagesmarkt –  nächste Radtour: 25. August 2017.

Critical Mass Hannover November 2016

So schön kann der Herbst sein – und jetzt kommt auch noch eine Radtour auf Hannovers komfortablen Straßen dazu! Komfortabel zumindest auf den Fahrbahnen, die wir mit mehr als 15 Teilnehmern benutzen dürfen, selbst dann, wenn die Radwege mal sauber sein sollten. Und wer sein Licht immer noch nicht repariert hat: Das wäre doch ein willkommener Anlass 🙂

Start: 25. 11. 2016, 18:30 Uhr, Klagesmarkt

Critical Mass Hannover Oktober 2016

Am Freitag, 28. Oktober, startet unsere letzte Sommerzeit-Radtour 2016! So kurz vor der Zeitumstellung wird uns die Dunkelheit begleiten. Die Chance, perfekt funktionierende Beleuchtungsanlagen und vielleicht auch die eine oder andere etwas kreativere Lichtidee zu präsentieren 🙂

Start wie üblich um 18:30 Uhr am Klagesmarkt.

Weitere Informationen zur Critical Mass gibts zum Beispiel hier: https://criticalmass.tips/

PS: Es geht natürlich weiter, auch nach der Zeitumstellung, zum Beispiel im November, Dezember und Januar!