Herr Schostok, wir radeln schon mal vor!

Eine Woche vor der International Conference on Climate Action (ICCA2015, 1./2. Oktober in Hannover) macht die Critical Mass auf die notwendige Flächenumverteilung von Auto- zum Radverkehr aufmerksam. Wir wachsen rasch: Zuletzt waren wir schon über 100 Radler, am 25. September um 18.30 Uhr können wir bereits die Marke von 200 übertreffen!

Wir freuen uns, dass die Stadt Hannover Fahrradfahren als wichtige klimafreundliche Mobilität positioniert hat und den Anteil des Autoverkehrs von 38 auf 25 Prozent senken will. Zeit, die Flächenverteilung der Straßen daran auszurichten! Unsere gemütliche Freitagabend-Radtour wird wieder einmal zeigen, dass eine massen- und familientaugliche Radverkehrs-Infrastruktur angemessenen Platz benötigt.

Fahrradfahren liegt längst im Trend. Nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Familien wünschten sich gute, sichere Wege, um aufs Auto verzichten zu können. Ein gleichberechtigter Verkehrsanteil von je 25 Prozent erfordert jedoch eine konsequente und mutigere Verkehrsplanung. Die Klimakonferenz hat die kommunalen Möglichkeiten im Fokus. Wir zeigen konkret, wie Hannover das Potenzial besser nutzen kann: per Fahrrad! Hannover war Vorreiter der autofreundlichen Stadt. Nun bestehen beste Voraussetzungen, als klimafreundliche Kommune von sich reden zu machen. Eine konsequente Flächenumverteilung ist erforderlich, weil die Stadt und das Verkehrsaufkommen stetig wachsen. Das Potenzial des Radfahrens geht über den heutigen Stellenwert weit hinaus. Investitionen in eine sichere Rad-Infrastruktur sind ein effizienter und nachhaltiger Beitrag, die Klimaziele zu erreichen.

Hintergrund: Hannovers Jahresbudget für den Radverkehr beträgt nach Angaben der Stadt vier bis sechs Euro je Einwohner (2015). Nur 50 Cent davon stammen aus einem strategischen Budget, das für das Radwegenetz geplant ist (2,5 Mio. in zehn Jahren). Die Bundesregierung empfiehlt Kommunen, 20 Euro je Einwohner zu investieren. Das Budget ist gemäß dem Verkehrsanteil umzuschichten, nach letzter offizieller Zählung wären dies 19 Prozent! Dieser Anteil wäre demokratisch, denn 40 Prozent der Haushalte in Hannover haben kein Auto, rechnerisch besitzt jedoch jeder Hannoveraner ein funktionstüchtiges Fahrrad.

Nächste Termine der Critical Mass: 25.9./30.10./27.11.2015 (stets am letzten Freitag im Monat), immer um 18.30 Uhr

Ort: Klagesmarkt / Ecke Postkamp

Twitter-Hashtag: #criticalmass

Twitter-Account: @CritMassHann

Web: https://criticalmasshannover.wordpress.com/

Facebook: www.facebook.com/CriticalMassHannover

Über die Critical Mass

Die Critical Mass stellt einmal monatlich die Utopie her: breite, gleichberechtigte Straßen, auf denen Radverkehr neben dem Autoverkehr rollt. Basis ist Paragraf 27 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Radeln mehr als 15 Fahrradfahrer gemeinsam, dürfen sie im Pulk und zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. Eine Sonderregel behandelt eine Gruppe ab 16 Radfahrern wie ein langes Fahrzeug. Die Critical Mass findet weltweit statt, meist am letzten Freitag im Monat. In Hamburg nehmen regelmäßig Tausende Radler teil, Hannover rechnet erstmals mit über 200 Teilnehmern.


Daten & Fakten/Vorteile für Hannover: Jede per Rad zurückgelegte Strecke bedeutet ein Auto weniger im Stau, Potenzial ist vorhanden: In Hannover enden 65 Prozent der Autofahrten nach weniger als 10 km. Radwege auszubauen, ermöglicht Ersparnisse bei Üstra und Straßeninstandhaltung. Hannover muss jedoch die hohen Unfallzahlen im Radverkehr senken und auf eine sichere Infrastruktur umrüsten, nach erfolgserprobtem niederländischen oder dänischen Vorbild!

Jeder radelnde Hannoveraner ist seltener krank und spart Hannovers Gesundheitssystem Geld. Radverkehr schafft Mobilität für Familien, sozial Schwache und Flüchtlinge.

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