Hannover braucht eine sichere Fahrrad-Infrastruktur

Die monatlichen politischen Radfahrten der „Critical Mass“ finden weltweit statt. In Hannover starten die Radfahrer am letzten Freitag jedes Monats um 18.30 Uhr am Klagesmarkt, diesmal also am 31. Juli. Als Gruppe wird im Pulk völlig legal auf der Fahrbahn geradelt, um zu zeigen: Radfahren ist eine gleichberechtigte Fortbewegungsart, wir erobern uns den Straßenraum zurück. Es gibt keine feste Route, aber ein gemeinsames Ziel: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fordern eine bessere Infrastruktur für den Radverkehr in Hannover.

Radfahren ist längst Mainstream, und der Radverkehrsanteil steigt rasant. Hannover steht jedoch bei den Unfallzahlen schlecht da: 2.275 Radunfälle, 201 Schwerverletzte, 1.521 Leichtverletzte und neun tote Radfahrer – das ist Hannovers Bilanz aus dem Jahr 2014. Zum Vergleich: In Berlin wurden 2014 zwölf Radfahrer getötet. Und in Kopenhagen, der Welthauptstadt des Radverkehrs? Ein einziger.

Gute Radwege brauchen keine Benutzungspflicht

Die Teilnehmer der Critical Mass fordern, dass das Radfahren auch für die Masse sicher wird. Was ist sicher? Bei jeder Straße kann man sich ganz einfach fragen: Würde ich hier Zehnjährige fahren lassen? Ist die Frage mit „nein“ zu beantworten, ist die Verkehrsführung unzeitgemäß und autozentriert. Bei Straßenumbauten vertut Hannover eine Chance nach der anderen: Podbi, Lange Laube, E-Damm sind nur einige Negativbeispiele der letzten Jahre.

Hannover speist Radfahrer mit Fahrbahnmarkierungen, gefährlichen Bordsteinradwegen sowie von Kraftfahrzeugen mitgenutzten „Fahrradstraßen“ ab, provoziert also Konflikte mit dem Auto- und Fußgängerverkehr. Baulich getrennte Radwege – das Erfolgskonzept in den Niederlanden – plant das Bauamt nicht. An Kreuzungen werden Autofahrer vorm Abbiegen über Radwege nicht gebremst (durch Verengungen, steile Abbiegewinkel oder Aufpflasterungen). Blickachsen, die den Schulterblick überflüssig machen, sind in den Niederlanden die Regel. Hannover setzt auf den Schulterblick und gefährdet damit die Radfahrer auf Hannovers Straßen.

Baudezernent Bodemann verweist bisher lediglich auf die Straßenverkehrsordnung, die Verkehrsteilnehmer zur gegenseitigen Rücksichtnahme verpflichtet.
Die Critical Mass in Hannover sagt dem Baudezernat ganz deutlich: Das ist zu wenig! Bauen Sie eine sichere Infrastruktur für die Massen! Eine lebenswerte Stadt braucht Platz zum Radeln.

Nächste Termine: 31. Juli 2015, 28. August, 25. September; immer 18.30 Uhr

Ort: Klagesmarkt / Ecke Postkamp

Twitter-Hashtag: #criticalmass

Twitter-Account: @CritMassHann

Die Critical Mass Hannover auf Facebook

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